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  • vor 23 Stunden
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Nachstehend einige Fragen des Hinterländer Anzeigers sowie die Antworten von Bernd Schmidt. Ein Bericht über das Interview soll in Kürze im Hinterländer Anzeiger erscheinen.


Was erwarten Sie, wie es bei der Hinterland-Klinik in Biedenkopf nach der Übernahme durch den Landkreis in diesem Jahr weitergeht? Wird der Betrieb des Krankenhauses ein Zuschussgeschäft für den Kreis und damit denSteuerzahler?


Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Landkreis die Trägerschaft der Hinterland-Klinik übernommen hat und damit Verantwortung für ihren Fortbestand trägt. Ein Krankenhaus ist Teil der unverzichtbaren gesundheitlichen Daseinsvorsorge und wird wirtschaftlich kaum kostendeckend arbeiten. Dennoch ist es uns allen etwas wert. Daher prüfen wir zusätzliche finanzielle Unterstützung, um die Klinik regional dauerhaft zu sichern.



Es ist still geworden um die Reaktivierung der Salzbödebahn: Eine Machbarkeitsstudie liegt vor, doch hat das Projekt eine Zukunft?


In der letzten Kreistagssitzung wurde über die Reaktivierung der Salzbödebahn beraten und das weitere Vorgehen beschlossen. Die Presse berichtete am 12.02.26 darüber. Der Landkreis hat mit der Machbarkeitsstudie und deren Vorstellung 2024 seine Aufgabe erfüllt. Nun sind das Land Hessen und der RMV am Zug. Allerdings gibt es bislang keine positiven Signale oder erkennbare Priorität für das Projekt.



Das Defizit im ÖPNV des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist hoch: Hat das über kurz oder lang spürbare Auswirkungen auf die Bürger im Hinterland? Stehen Kürzungen mancher Linien zur Debatte und ist geplant, dieTicketpreise zu erhöhen?


Das Defizit im ÖPNV war, ist und wird immer hoch bleiben. Aber dies darf nicht dazu führen, dass Kürzungen von Linien damit verbunden sind. Denn es wird stets auf die Wichtigkeit des ÖPNV verwiesen, um so den Individualverkehr zu reduzieren. Daher ist der Erhalt der Liniennetze auch für die Menschen im Hinterland zwingend notwendig. Debatten über geplante Kürzungen und Erhöhung von Ticketpreisen sind aktuell nicht bekannt.



Kurze Beine, kurze Wege: Im Hinterland gibt es vielerorts noch kleine Grund- und Mittelschulen. Sind diese auch zukünftig gesichert?


Der demografische Wandel stellt auch unseren Landkreis vor große Herausforderungen. Sinkende Schülerzahlen, besonders in kleineren Ortsteilen, erschweren einen dauerhaft vierzügigen Unterricht. Gleichzeitig sind wir an die gesetzlichen Mindestvorgaben des Landes Hessen gebunden. Unser Ziel bleibt es, tragfähige und wohnortnahe Lösungen zu finden, die pädagogische Qualität und Verlässlichkeit sichern.



Thema Zivilschutz: Wie gut ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf auf den Katastrophenfall - sei es in Form von Umweltereignissen aber auch gezielten Anschlägen auf die Infrastruktur - vorbereitet?


Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist im Katastrophenfall gut aufgestellt. Unter Leitung des Landrats arbeiten alle Einheiten, Hilfsorganisationen und Feuerwehren eng zusammen. Alarm-, Einsatz- und Sonderschutzpläne werden regelmäßig fortgeschrieben. Ausrüstung, Ausbildung sowie die Bündelung aller personellen und sachlichen Mittel sichern eine schnelle und koordinierte Reaktion bei Umweltlagen oder Angriffen auf die Infrastruktur.



Für das Biedenkopfer Schloss wurde 2023 ein Gesamtkonzept entwickelt, um es wieder attraktiver zu machen. An der Wiederverpachtung des Schloss-Restaurants ist der Landkreis bereits dran. Das Konzept beinhaltet darüber hinaus aber verschiedene weitere Projekte und Baumaßnahmen am und im Schloss. Es geht darum, das Schloss barriereärmer zu gestalten, das gesperrte Ausgrabungsgelände wieder zugänglich zu machen, ein Museumscafé einzurichten, neue Angebote im Hinterlandmuseum zu schaffen, mehr kulturelleVeranstaltungen anzubieten und einen Abenteuerspielplatz zu schaffen. Das alles dürfte teuer werden. Wie realistisch ist es, dass diese Projekte tatsächlich umgesetzt werden?


Das Biedenkopfer Schloss prägt unser Hinterland und ist historisch bedeutsam. Maßnahmen zum Erhalt und Weiterbetrieb sind unerlässlich. Das Hinterlandmuseum und kulturelle Veranstaltungen im Schloss sind wichtige regionale Angebote. Ob ein gastronomisches Angebot möglich ist, bleibt offen. Entscheidend ist, dass geplante Projekte auch umgesetzt werden.


19.02.2026



 
 
 

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